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1. Mai 1996

Kopf hoch! Laßt den Geiern nicht das Land… ( Wuppertaler Volxslied 1984)

Die Unterdrückung hat zugenommen
Der Kampf dagegen
gilt als veraltet
(Bert Brecht 1934)

Es gibt auch heute noch Gründe genug auf die Barrikaden zu gehen.Wer mit offenen Augen durch Wuppertal geht, wer ein wenig Zeitung liest und nicht nur die Lindenstraße guckt, dem ist klar: Die Gründe für radikalen Widerstand sind nicht weniger geworden.
Barrikadenbau, Kampf auf der Straße, war zu allen Zeiten die Antwort der Beherrschten auf ungerechte und elende Lebensbedingungen; es wechseln nur die KämpferInnen und das Barrikadenmaterial. Kampf auf der Straße ist auch heute nicht ersetzbar durch Parlamente, Eigentumswohnungen, und das Internet…

1o Jahre autonomer 1. Mai ist der Versuch die alltäglichen Ausbeutungsverhältnisse in die politischen Praxis einzubeziehen.Wir wollen eine Politik entwickeln, die – nicht nur – am 1. Mai die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen zum Thema macht. In Flugblättern und praktischen Initiativen , vom Solidaritätskomittee für die Stahlarbeiter in Rheinhausen bis zu Veran-staltungen zu den Entlassungen bei Happich, haben wir uns mit unterschiedlichem Erfolg auf die sozialen Kämpfe bezogen.

Der 1. Mai war aber auch immer von den aktuellen Kämpfen in diesen Zeiten geprägt. Wir haben gegen die Volkszählung gestritten, das Atomprogramm bekämpft und immer wieder Front gemacht gegen die Änderung des Asylrechts, gegen Abschiebungen und gegen Nazibanden.

Die andere wichtige Tradition , auf die wir uns beziehen, ist der 1. Mai als internationaler Kamptag, an dem weltweit Menschen gegen Herrschaft und Ausbeutung auf die Straßen gehen.. Im Bewußtsein, das von deutschem Boden nicht nur Waffenlieferungen und Gelder für Völkermord ausgehen, sondern auch wieder deutsche Soldaten ausziehen., haben wir als BewohnerInnen des neuen Großdeutschlands eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen im ehemaligen Ostblock und in der „Dritten Welt“ Gerade in diesen Tagen, wo deutschen Panzer durch Kurdistan rollen und KurdInnen in der BRD zum Freiwild für prügelnde Bullenarmeen werden, ist die radikale Linke gefragt, ob sie die offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen und Demütigungen der kurdischen Menschen in der BRD zuläßt und oder ob es uns gelingt, nach unseren Kräften Solidarität zu organisieren.

1996 kommt die soziale Frage zu uns, ob wir sie in Flugblättern oder Aktionen einbeziehen oder nicht.
Auch um uns herum tut sich wenig. In der BRD ist kein nenneswerter Protest gegen die Sozialstaats-demontage zu erkennen. Auf die Barrikaden zu gehen, liegt wahrlich nicht in der deutschen Volxseele, obwohl die Vorstöße der Herrschenden ungeheuerlich sind und der Horrorkatalog der Sozialkürzungen dieses Land tiefgreifend verändern wird. Die „Bündnisse für Arbeit“ der Kapitalisten mit den gelben DGB – Gewerkschaften werden Stück für Stück die erkämpften sozialen Errungenschaften wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, einheitliche Tarifverträge abschaffen. Immer flexibler und entgarantierter sollen die Arbeitsplätze sein. Parallel dazu werden die Bezüge der Arbeitslosen und SozialhilfeempfängerInnen massiv gekürzt., eingebettet in eine üble Kampagne gegen „Schwarzarbeiter“ und „Sozialschmarotzer“. Die über 6 Millionen Menschen, die ohne Arbeitsplatz sind werden in aller Öffentlichkeit von den Politikern diffamiert. Wer nicht arbeitet , ist nichts mehr wert, ist selber schuld, das glauben die Menschen schon selber und nehmen z.B ihr Recht auf Sozialhilfe nicht wahr. Die Scham und Angst vor Demütigung auf den deutschen Amtsstuben tun ihr übriges.
Diesen Aspekt wollen wir am 1. Mai aufgreifen. Die Namen der SachbearbeiterInnen, die Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose gängeln, demütigen und ihrer Rechte berauben, sollen öffentlich werden. Mit einer Umfrage wollen wir uns kundig machen, welcher „Sachbearbeiter“ besonders unverschämt wird. Mit Öffentlichkeit und Aktionen können wir, ähnlich wie bei den Kampagnen gegen das Ausländeramt die Akteure zumindest zur Vorsicht zwingen. Schließlich haben Arbeitslose und SozialhilfeempfängerInnen mit ihrer Situation schon genug Probleme, Unverschämtheiten von Sachbearbeitern müssen die Menschen nicht zusätzlich belasten.

Unser Traum von einem funktionierenden Netz autonomer Gruppen in Städten und Regionen ist noch nicht ausgeträumt. Wir brauchen wieder Gruppen, die als militante Tendenz in den Bewegungsresten von sich aus aktionsfähig sind, die mit den vielfältigen und wunderbaren Methoden der Subversivität Widersprüche forcieren und praktisch intervenieren können, „die das Handlungsarsenal der legalen Linken um die Möglichkeiten der Sabotage, der Bestrafung, der Gegenwehr, und der Eroberung von Lebensmöglichkeiten erweitern. Es geht uns nach wie vor um die Zersetzung des Fundamentes von Herrschaft, der Ohnmacht.“
Es ist klar, daß wir für diese Widerstandsarbeit wieder viel mehr Menschen werden müssen.
Wir brauchen die „jungen“, die aus guten Gründen wenig bis gar kein Rind mehr essen, die sich an neue Projekte und kollektive Lebensformen wagen, die viele von uns für sich selbst schon abgehakt haben. Und wir brauchen die „alten“ GenossInnen . Ihr ÄrztInnen und Artisten, ihr KünstlerInnen und Küster, ihr Maurer und Matrosen, ihr HistorikerInnen und Ökodealer, ihr .SozialarbeiterInnen und SchwarzarbeiterInnen , ihr LebenskünstlerInnen und Langzeit-studentInnen, ihr GesundheitsarbeiterInnen und GärtnerInnen, wir rufen euch auf, mischt euch wieder ein und bringt eure Erfahrungen aus euren Arbeitsfeldern produktiv ein.
Wir haben eine Zukunft zu gewinnen. Gegen Ohnmacht hilft nur Gegenmacht. Gegenmacht ist möglich und kann sogar erfolgreich sein. Das zeigt uns der Widerstandsgeist im Wendland ebenso wie die auch von uns mit erkämpfte Existenz der Hafenstraße in Hamburg. (Erinnert ihr euch?) Auch säßen wir nicht im AZ, wenn nicht GenossInnen beherzt und mutig auf allen Ebenen gekämpft hätten, weder Flugblätter noch den Brandanschlag auf Daimler Benz gescheut hätten . Gegenmacht war auch ein Stück unsere bösartige Kampagne gegen die Wuppertaler Republikaner
( Grufties gegen rechts) oder die phantasievolle Agitation gegen den unsäglichen Staatsschutz und gegen Polizeipräsident Köhler. Tante Elfriede und Kommando Christo habt Dank. Die Schergen sind seitdem deutlich vorsichtiger geworden und einer verschwand sogar in den Landtag …

Der Traum von Gegenstrukturen, die positive und erlebbare Beispiele für eine neue Gesellschaft ohne Ausbeutung, Chefs und sonstige Herren sein könnten, ist weiterhin in unseren Köpfen, auch wenn vieles gescheitert ist und uns manch mal ganz schön deprimiert…
Aber es gibt trotzalledem immer wieder Ansätze, sich selbstverwaltet, kollektiv und ohne staatliche Einmischung in allen Lebensbereichen zu organisieren. Dazu gehören bei allen Schwierigkeiten
Beratungsstellen für MieterInnen und Arbeitslose , Autonome Zentren, Volxsküchen, Radios, Genossenschaften, Gesundheitsprojekte, freie Schulen, Kickbox- Basketballabteilungen, selbstverwaltete Betriebe, Kommunen, Bauwagensiedlungen und natürlich die beliebten Infoläden. „Uns gehört die Stadt“, diese alte Parole aller sozialen Kämpfe gilt es wieder zu beleben, Gegenwehr und Aufbau neuer solidarischer Strukturen gehören zusammen.

Lassen wir uns nicht entmutigen. Für einen langen Atem in den nächsten 10 Jahren!
Besucht eure selbstverwalteten Strukturen, reiht euch in die selbstverwalten Sportprojekte ein und gewinnt beim Transbergischen Triathlon. Und vor allem:

Nicht betteln und bitten, sondern mutig gestritten. Für ein Leben ohne Ausbeutung, Chefs und sonstige Herren!!
Für ein Leben ohne Kohl und Kinkel!
Deutsche Panzer raus aus Kurdistan!
Wir grüßen die politischen Gefangenen und die GenossInnen im Exil!
Lebt und lest radikal!!!

Heraus zum 1.Mai

Autonomer 1.Mai in Wuppertal 2006

Mina Knallenfalls 02.05.2006 18:24 Themen: Soziale Kämpfe
Mitteilung an die Weltöffentlichkeit und an pfiffige JournalistInnen, die nicht nur den Polizeibericht abschreiben.

Autonome 1.Mai Demo in Wuppertal von Polizei angegriffen

Massiver CS-Gas und Knüppeleinsatz mit Kopfverletzungen, Verhaftungen und eine Frau, die fast von einem Polizeikrad überfahren wurde – das ist die erschreckende Bilanz des Wuppertaler 1.Mai 2006
Ca. 500 Personen demonstrierten zum 20. Jahrestag der autonomem 1.Mai Demo in Wuppertal am Platz der Republik. Mit phantasievoller Maskerade, zum Schutz vor den neugierigen Kameras der Polizei, formierte sich der Demonstrationszug mit Transparenten und Parolen gegen prekäre Lebensverhältnisse und wachsende Polizei- und Nazigewalt Richtung Nordstadt. Der Zug wurde zum ersten Mal auf der Schleswiger Strasse massiv von Polizeikräften der hiesigen Bereitschaftspolizei angegriffen und aufgehalten. Nach 40 Minuten Einschluss im Polizeikessel konnte die Demonstration zunächst fortgesetzt werden. In der Wiesenstrasse kam es wiederum zu massiven Schlagstock und CS-Gaseinsatz gegen die DemonstrationsteilnehmerInnen. Dabei kamen auch Markierungsgeräte zum Einsatz, um polizeiliche Beweissicherung zu gewährleisten.
Auf der Gathe überfuhr ein Kradfahrer der Polizei fast eine Demonstrantin, die sich gerade noch retten konnte. Der Versuch bei der Polizei den Namen des Kradfahrers zu ermitteln schlug fehl, die Damen und Herren hatten nichts gesehen…

Die Polizeibrutalität wird auf verschiedenen Ebenen ein Nachspiel haben.
Sie schließt sich nahtlos an, an den Polizeiüberfall auf das Ölbergfest in der Zimmerstrasse, wo Schlägertrupps der Polizei ohne Vorwarnung eine Party angriffen haben. Und an die Misshandlung eines türkischen Aktivisten, der beim Plakatieren in der Nordstadt von einer Polizeistreife entdeckt und zusammengeschlagen wurde.
„Wir sind gut, aber wir sagen es nicht“, so Polizeipräsident Joachim Werries kürzlich bei der Präsentierung der polizeilichen Sicherheitskonzepte während der Fußball-WM. Wir sagen aber, ihre Polizeibrutalität ist dumm und kontraproduktiv. Mit dieser Polizeitaktik, mit diesen dumpfen und schlechtbezahlten Schlägern in Uniform können sie während der Fussball-WM nicht mal ein Grillfest in Beyenburg befrieden.
Wir lassen uns nicht von den Bullen zusammenschlagen und gängeln. Wir nehmen Misshandlungen und rassistische Übergriffe nicht hin. Wir kommen wieder, spätestens beim Transbergischen Triathlon am 20.Mai sind wir wieder auf der Strasse und auf den Gewässern des Bergischen Landes unterwegs
Ein Lachen wird es sein, was sie besiegt!
P:S Wir unterstützen aus ganzen Herzen die Forderung des FDP-Innenministers Wolf, der die Schließung der Bereitschaftspolizei in Wuppertal vorbereitet. Sollen die Wuppertaler Bullen ihr Matratzenlager doch in Kleve aufschlagen…

Freundeskreis Mina Knallenfalls

1. Mai 2000

Heraus zum autonomen 1. Mai in Wuppertal !!!
wie immer gibt es Gründe genug …

Treffpunkt zur Demo: 14 Uhr, Platz der Republik
anschliessend Straßenfest auf dem Schusterplatz

Kommt zahlreich !

Zahlt!!! Für eine bundesweite Kampagne !
Entschädigung für alle ZwangsarbeiterInnen sofort!!!

Vor zwei Jahren einigten sich die deutsche Industrie, die Bundesregierung mit den Opferverbänden auf Entschädigungszahlungen für NS-ZwangsarbeiterInnen. Bis heute ist es nicht zu einer Auszahlung an die hochbetagten Opfer gekommen. Mit dem Verweis auf mangelnde Rechtssicherheit blockieren Industrie und Bundestag weiter die Entschädigungszahlungen. Die Arroganz der deutschen Industrie und der Bundesregierung ist ungeheuerlich und grenzenlos. Erst wenn die letzte Sammelklage in den USA zurückgewiesen wird, wollen die Herren mit der Auszahlung beginnen. Vor zwei Jahren versuchten AktivistInnen des Zusammenschlusses „Zahlt“ mit Kundgebungen in Bonn und mit Aktionen die deutsche Industrie zu drängen, endlich Entschädigung für die NS-Zwangsarbeiter zu bezahlen. Leider scheiterte damals auch der Versuch den Verhandlungsführer der Bundesregierung Otto Graf Lambsdorff, wegen seiner Vergangenheit als Helfershelfer von Nazikriegsverbrechern aus dem Amt zu jagen und damit Deutschland international zu diskreditieren. Zu groß war damals die Angst der Überlebenden und der Opferverbände, das sich die Verhandlungen durch unser Störmanöver verlängern und dass sich die Auszahlungen verzögern würden. „Zur Not verhandeln wir mit dem Teufel…“, fasste Kurt Goldstein, Vorsitzender des Internationalen Auschwitz-Kommittes 1999 diese verständliche Haltung zusammen. Seitdem sind wie gesagt zwei Jahre vergangen.

Der Leiter des Bundesverbandes Information für die NS-Opfer in Köln, Lothar Evers, hat in einem Interview mit einer russischen Zeitung gesagt, er befürchte, dass die Ostarbeiter, wenn sie denn ihre Entschädigung erhalten, mit diesem Geld nicht umgehen könnten. Oder dass ihre Angehörigen sich von diesem Geld vielleicht ein Motorrad kaufen wollen.

Die ukrainische Zwangsarbeiterin Ljubow Romanjuk, Jahrgang 1927 schrieb: „Am 7. November 1942 kam der Dorfälteste mit einem Soldaten zu uns. Sie muss nach Deutschland fahren, sagte er zu meiner Mutter. Da wir es ihr gut gehen. Meine Mutter fiel vor ihm auf die Knie und hat angefangen zu schreien, dass ich doch noch ein Kind sei. Der Soldat schob meine Mutter mit seinem Maschinengewehr beiseite, mich packte er am Kragen und schleppte mich aus unserem Häuschen heraus.“

!Herr Evers, Ihnen wollte ich eigentlich sagen, dass wir zur Zeit in der Ukraine so schlecht leben wie damals im Krieg in Deutschland. Ich habe Kinder, Enkel, Urenkel. Den Geschmack von Fleisch und Butter haben wir längst vergessen, von Wurst will ich gar nicht erst reden. Meine Enkel sehen selten etwas Grieß in ihrer Milch. Und ein wenig ist es mir peinlich darüber zu schreiben, aber ich kann mir noch nicht einmal Unterwäsche erlauben. Jetzt kommt der Frühling, ich habe keine Schuhe, ich habe alte Herrenturnschuhe. Und deshalb, sollte ich von der deutschen Regierung ein paar Pfennige bekommen, dann werde ich sie selbstverständlich für die mir wertvollsten Menschen verwenden: für meine Kinder, Enkel und Urenkel. Ein Motorrad werden wir uns jedenfalls nicht kaufen. Ich würde als erstes Kartoffeln kaufen und vielleicht auch ein wenig Fleisch und dann würde ich versuchen, meine Familie satt zu bekommen, und wenn dann noch ein wenig übrig ist, würde ich meine Nachbarn einladen, denn die hungern auch.“

Jeden Tag sterben 200 Opfer – früher entrechtet und entwürdigt- bis heute nicht entschädigt und ohne ein Wort der Entschuldigung gehört zu haben. Wenn dann in 4 Monaten über eine weitere Klage in den USA entschieden wird, von deren Ausgang die deutsche Wirtschaft u.a. ihre „Rechtssicherheit“ abhängig macht, werden 24000 weitere Opfer gestorben sein. Es ist also höchste Zeit, wieder tätig zu werden und den Druck auf die Industrie und auf die Regierenden zu erhöhen.

In Wuppertal waren in ca. 600 Firmen und Lagern ZwangsarbeiterInnen beschäftigt. Nur ein kleiner Teil der Firmen versucht sich, durch Beteiligung an der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, aus ihrer Verantwortung zu kaufen. Laut IHK sind dies 40 Firmen aus dem Kammerbezirk Wuppertal, Solingen und Remscheid. Der weitaus größere Teil aber ist nur seinem Profit oder den Aktionären verpflichtet.

Fordern wir diese Firmen zum Handeln auf:
Entweder Zahlen oder dafür Löhnen.
Boykottiert die Menschenschinder und Mörder!

1.Mai Demo 1997

Der DGB ist einfach zu reformistisch, der spielt doch mit den Herrschenden das gleiche Spiel
Schwarze Katze Interview auf der Revolutionären 1. Mai Demo Wuppertal 1997

Plakat zur Revolutionären 1. Mai Demo 2000 in WuppertalSchwarze Katze: Ich spreche jetzt mit jemand von der Autonomen Antifa Solingen. Wieviel Leute sind ungefähr hier?

Autonome Antifa Solingen: Ich schätz mal so acht – neunhundert.

Schwarze Katze: Und was ist der Inhalt der Demonstration?

Autonome Antifa Solingen: Traditionell zum 1. Mai die normalen Themen wie Antifaschismus, Antirassimus dieses Jahr, weil demnächst am 1. Juli die Demo zum Abschiebeknast in Büren geht und da wird hier für mobilisiert. Und dieses Jahr verstärkt der Sozialabbau.

Schwarze Katze: Der Deutsche Gewerkschaftsbund veranstaltet hier auch jedes Jahr traditionell 1. Mai Demos, warum laufen diese achthundert Leute nicht bei der 1. Mai Demo vom DGB mit?

Autonome Antifa Solingen: Der DGB ist einfach zu reformistisch, der spielt doch mit den Herrschenden das gleiche Spiel und damit können wir uns überhaupt nicht identifizieren.

Schwarze Katze: Und was ist die Alternative dazu?

Autonome Antifa Solingen: Der Revolutionäre 1. Mai (lacht).

Schwarze Katze: Viele Leute hier sind auch in schwarz gekleidet, hat das etwas Besonderes zu bedeuten?

Autonome Antifa Solingen: Ja. Zum Teil sind ziemlich viel Autonome hier. Die Autonomen setzen sich meist aus Selbstschutzzwecken durch die schwarze Kleidung vor Übergriffen von Polizeibeamten oder Faschisten ein bisschen von der Masse ab. Also laufen gleich rum, damit sie nicht so schnell angreifbar sind.

Schwarze Katze: Hat die schwarze Farbe auch noch eine historische Tradition?

Autonome Antifa Solingen: Ja, klar. Schwarz ist die historische Farbe der anarchistischen Bewegung und schwarz-rot die der Anarchosyndikalisten. Und mit Anarchie ist jetzt nicht das gemeint, was zur Zeit ziemlich oft in den Medien vorkommt, also Chaos und Unordnung und weiss der Geier was. Anarchie bedeutet einfach nur eine herrschaftsfreie Gesellschaft, ohne Staat und ohne Führung, basierend auf Selbstorganisation. Und das Schwarz-Rot der Syndikalisten, das ist einfach, dass die anarchistische Bewegung in Gewerkschaften organisiert ist.

Schwarze Katze: Viele andere Leute hier auf der Demo haben bunte Haare.

Autonome Antifa Solingen: (lacht) Das sind die ganz normalen Punks, die hier mit rumrennen. Spass an der Freude.

Schwarze Katze: Sie grenzen sich doch auch durch die bunten Haare von der Gesellschaft ab, oder?

Autonome Antifa Solingen: Ja. Viel mehr als Autonome. Autonome versteh ich auch als politisch irgendwie. Und die Punks halt mehr Spass und links und … na ja. Mehr Just for Fun.

Schwarze Katze: Du machst ja schwerpunktmäßig in einer Antifa-Gruppe mit. Sind eigentlich alle Anarchisten antifaschistisch drauf?

Autonome Antifa Solingen: Ja, so rum schon, klar. Andersrum nicht so. Anarchisten klar, Anarchisten sind sicherlich alle antifaschistisch drauf. Aber nicht alle Antifaschisten oder Antifaschistinnen sind jetzt Anarchisten. Es gibt auch einige Kommunisten darunter oder halt Sozialdemokraten.

Schwarze Katze: Wo läuft denn die Route her?

Autonome Antifa Solingen: Dieses Jahr läuft sie ein bisschen anders als sonst. Also das erste Stück durchs Viertel und von da aus dann ein Stück durch die Innenstadt, wo wir grad langgekommen sind. An McDonald´s vorbei und dann zur Rathausgalerie. Die Rathausgalerie ist in Wuppertal der Inbegriff der neuen Reichen. Also es ist ein ziemlich nobles teures Einkaufsparadies und da gehen wir auch vorbei und dann wieder zurück durchs Viertel zum Schusterplatz, wo dann abends das Strassenfest ist.

Schwarze Katze: Und spielen da Musikgruppen?

Autonome Antifa Solingen: Ja, es spielen noch zwei Bands heute abend.

Schwarze Katze: Wieviel Polizei ist hier?

Autonome Antifa Solingen: Schwer zu sagen. Ich schätz mal ziemlich viel Staatsschutz und so, vielleicht zwei/drei Hundertschaften.

Schwarze Katze: Warum ist der Staatsschutz hier?

Autonome Antifa Solingen: Der Staatsschutz muss immer schön gucken, seine Fühler ausstrecken und schauen wer mit wem redet, wer wem grad Interviews gibt. (lacht). Um sich halt ein Bild über die Szene zu machen.

Schwarze Katze: Oh, dann werden wir ja grade auch beobachtet, oder? (lacht)

Autonome Antifa Solingen: Ja, geh ich schwer von aus. (lacht)

Schwarze Katze: Ja, vielen Dank für das Interview.

Autonome Antifa Solingen: Bitte bitte.
Es kam lediglich zu Provokationen durch die Bereitschaftspolizei
Schwarze Katze Interview auf der Revolutionären 1. Mai Demo Wuppertal 1997

HassiSchwarze Katze: Was für Gruppen waren hieran denn beteiligt?

Autonomer: Zum grösstenteil autonome antifaschistische Gruppierungen und auch verschiedene linke Parteien.

Schwarze Katze: Es waren auch sehr viele Punks und unorganisierte Leute da, stimmt das?

Autonomer: Es sind immer unorganisierte Leute dabei, ich bin auch unorganisiert.

Schwarze Katze: Wir sind jetzt ziemlich am Ende der Demonstration, was findet jetzt statt?

Autonomer: Jetzt ist ja eingentlich eher so ein grosses Happening angesagt. Eigentlich so eine wilde chaotische Party. Es läuft aber alles ganz ruhig und friedlich ab.

Schwarze Katze: Die Revolutionäre 1.Mai Demonstration in Wuppertal hat ja schon ein bischen Tradition. Was ist in den letzten Jahren so passiert?

Autonomer: Es kam nie zu irgendwelchen Zwischenfällen. Es kam lediglich zu Provokationen durch die Bereitschaftspolizei, also diese SEK-Typen, diese Terminator, diese Gepanzerten, die schon mal hin und wieder Versuche gestartet haben, die Demo zu kesseln und zu provozieren durch dieses Stockschlagen auf die Schilder und so weiter. Aber es ist nie zu ensthaften Ausschreitungen gekommen.

Schwarze Katze: Wie haben die Demonstranten da reagiert?

Autonomer: Zum grössten Teil diszipliniert. Es gab auch einige, die aggressiver reagiert haben, aber wie gesagt, es hat hier nie ernsthafte Ausschreitungen gegeben. Es ist nie zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen, nichts nennenswertes, nur Kleinigkeiten.
Redebeiträge zum Castor-Transport Gronau und Sozialabbau
Quelle: Schwarze Katze Radiosendung zur Revolutionären 1. Mai Demo Wuppertal 1997

Anti Atom Gruppe Bergisches Land: Ich wollte noch was zu Gronau sagen. Ihr wisst vielleicht, dass der nächste Castortransport nach Arhaus oder Gronau geht. Auch 11 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist die BRD dem Ausstieg aus der Atomindustrie noch keinen Schritt näher. Während Gorleben das Ende der Atomspirale darstellt, ist Gronau ihr Anfang. Ohne angereichertes Uran könnte keiner der 17 bundesdeutschen Leichtwasserreaktoren arbeiten. Über die vielen Gefahren für Mensch und Umwelt, mit denen die Atomtechnologie verbunden ist, wird viel zu oft vergessen, dass Atomtechnologie auch Atombomben-Technologie ist. Nicht zuletzt um die Verbindung zur Atombombe zu verschleiern sprechen AtomlobbyistInnen ja auch lieber von Kernkraftwerken, als von Atomkraftwerken. Eine Trennung der friedlichen und militärischen Nutzung der Atomtechnologie ist nicht möglich.
Jedes Land, das über Zivilatomanlagen verfügt, hat die Möglichkeit, in kürzester Zeit auch eine Atombombe zu bauen. Nicht nur Atomreaktoren sind potentielle Waffenschmieden. Gerade Urananreicherungsanlagen können leicht für militärische Zwecke gebraucht werden. Nicht umsonst hat sich die militärische Atomforschung im dritten Reich auf die Urananreicherung konzentriert.
In Gronau würde die Herstellung von Waffenuran keine Schwierigkeiten machen. Ein weiterer Grund aufzupassen, wo der nächste Castor hingeht und dann auch mit zur Demonstration zu kommen.“

Schwarze Katze: Das war der Redebeitrag, der auf der Revolutionären 1. Mai Demonstration in Wuppertal zum Thema Atom gehalten wurde. In Gorleben äußerten viele ihren Unmut über die herrschende Atompolitik. Unzufriedenheit auf breiter Ebene gibt es auch über den Sozialabbau der Unternehmer und der Bundesregierung. Nachfolgend ein Redebeitrag zum Sozialabbau.
Aber vorher noch ein Sprechchor, der auf der anschließenden Demonstration gerufen wurde:
„Kampf auf der Straße, Streik in der Fabrik, das ist unsere Antwort auf Ihre Politik.“

Redebeitrag zum Sozialabbau
So was sind Ereignisse, die hier im grauenhaften Land sehr selten sind. Auch die Stahlarbeiter tauchen eine Woche später auf, treten in relativ wilde Streiks, greifen Krupp-Chef Kromme mit Eiern und Bierbüchsen an und demonstrieren gegen die Macht der Banken in Frankfurt. Ereignisse, die früher die gesammelte Linke sobald als Störung zur konkreten Unterstützungsaktionen hingerissen hätte. Auch wir selbst warten nach dem Stahlarbeiterkonflikt mit gemischten Gefühlen und leuchtenden Augen 1991 in Rheinhausen. Im Ernst! So ungünstig ist die Zeit hier nicht auch unsererseits ein paar Initiativen einzuleiten, die die soziale Frage Thematisieren, oder? KomplizInnen gesucht. Ernst gemeinte Zuschriften unter Chiffre ‚Unser Tag wird kommen‘.

Autonomer 1. Mai 1999

Der Mai ist gekommen

und auch am 40. Tag des Krieges ist keine breite Antikriegsbewegung in Sicht. Vielleicht könnte der Kriegsparteitag der Grunen am 13 Mai eine Wende sein, wenn es uns gelänge, massenhaft dort präsent zu sein und den grünen Kriegstreibern in die Suppe zu spucken.
Am 22. Mai werden wir uns in Köln den Faschisten entgegen stellen müssen, die gegen die Wehrmachtsausstellung Front machen. Auch hier wird es eine Wuppertaler Vorbereitung geben. Und schließlich startet ab dem 27. Mai die heiße Phase des Gipfelsturms. Am 27. Mai erwarten wir den Euro-Marsch zusammen mit der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen und die Karawane „Geld oder Leben“. Schließlich werden sich eventuell auch indische Bauern dem Zug nach Wuppertal anschließen, die unter dem Motto „Aschert Monsanto ein“, nach Europa gekommen sind, um gegen die WTO und die Gentechnik-Multis zu demonstrieren. Am 29.5 wird es die große Euro-Marsch-Demo in Köln geben und am 30. Mai rufen wir zum 4. Transbergischen Triathlon auf. Mal gucken, was uns neben dem traditionellen Fahrrad-Rennen um den Ölberg für die Freiheit und das Leben von Munua Abu Jamal noch an Uberraschungen einfällt.
Was bleibt noch übrig nach den wunderbaren Burgbesetzungen, riskanten Schwimmbadbesichtigungen spannenden Raufball-Turnieren auf Golfplätzen, Wildwasser- Ruderpartien, elegantem Sackhüpfen auf Gentechnikfeldern und unheimlichen Höhlenwanderungen?. Lassen wir uns überraschen, ein vollklimatisierter Reisebus ist wie immer schon angemietet.

Noch ein Nachtrag zu unserer Kampagne 80 Tage im Mai
Soweit es uns bekannt wurde, haben die AktivistInnen von „YOgi ist Widerstand“ fast jede Nacht Yoghurts aller Art auf politisch mehr oder minder relevante Ziele geworfen. Nähres ist uns z.Zt. noch nicht bekannt. Wahrscheinlich in Zusammmenhang mit dem Krieg wurde laut Radio ein SPD-Büro in Cronenberg mit Steinen eingeworfen. Das Auto vom ehemaligen Staatschützer Woyzek, genannt das Schweinchen, wurde in Bannen gesehen und die Reifen entlüftet. Das SPD Büro des Ortsvereins Elberfeld-Nord trägt seit 2 Wochen die radikale Losung „NATO zerschlagen“. Schließlich ist noch von den nächtlichen Aktivitäten vor dem 1. Mai zu berichten. Es gelang AntifaschistInnen die Autos von den Velberter Nazi-Rock-Musikern Steve Bramekamp (Kraftschlag) und Sebastian Simka (Notwehr) zu demolieren, um ihnen die Abfahrt zum Naziaufmarsch nach Bremen zu erschweren. In Hagen wurden bei den Nazi-Funktionär Rüdiger Kahwser Parolen gesprüht, in Schwelm wurden beim NPD-Funktionär und Organisator Thorsten Crämer Pflastersteine ins Haus geworfen.

Kein Kriegsparteitag der Grünen,
Antikriegsparteitag in der Seidenstickerhalle, Bielefeld

Am 13. Mai 1999 in der Seidenstickerhalle, Bielefeld ab 7.00 Uhr—open end

Am Himmelfahrtstag findet in Hagen der Sonderparteitag der Regierungspartei Bündnis 90 / Die Grünen statt, der zum medial erwarteten und aufgewerteten Show-down zwischen neuem und altem „Pazifismus“ zwischen den BefürworterInnen des „gerechten Krieges“ und den prinzipiellen KriegsgegnerInnen werden soll.

Wir rufen zur Besetzung der Stadthalle Hagen und zur Verhinderung des Grünen Kriegsparteitags auf. Es gibt keine Legitimation für eine Debatte über das Für und Wider eines NATO-Angriffskrieg. An die Stelle der von den Grünen beabsichtigten Machtabsicherung wird eine Antikriegs-Versammlung mit allen KriegsgegnerInnen treten, die die militärischen ebenso wie die zivilen Methoden neoliberaler Politik zum Thema machen.

Treffpunkt 7.00 Uhr, Wasserloses Tal 1 Ecke Volmetalstraße.

Sollte dieser direkte Zugang zur Stadthalle morgens abgesperrt sein, ist Treffpunkt der Platz vor dem Kinokomplex Cinestar, zwischen Springe und Frankfurter Straße.

Sollte es uns aufgrund widriger Umstände nicht gelingen, in die Halle zu gelangen, rufen wir zur Blockade der Stadthalle auf. Die Antikriegs-Versammlung wird in diesem Fall ab 11.00 Uhr unter freiem Himmel stattfinden. Sollten trotz all unserer Bemühungen die Grünen Delegiertinnen in der Halle ankommen, ermuntern wir euch, den ganzen Tag zu Belagerungsaktionen zu nutzen

Die Grünen sind Kriegspartei!

Die Entscheidung für diesen Angriffskrieg wurde vor zwei Monaten getroffen, ebenso der Entschluß, diesen Schritt unter allen Umständen zu legitimieren und gegen jegliche Widerstände und Bedenken durchzusetzen. Seitdem läuft die NATO-Militärmaschinerie, werden die schon vor einem Jahr in den Kommandozentralen definierten Ziele – Krankenhäuser, Brücken, Eisenbahnen, Chemiefabriken und Raffinerien – durchbombardiert. Die Folge des dritten Angriffskrieges in diesem Jahrhundert gegen Jugoslawien, beziehungsweise Serbien ist der Tod unzähliger ZivilistInnen und die ökonomische, infrastrukturelle und kulturelle Zerstörung des Landes. Beiläufig werden Serbien und ein schon längst vorgesehenes Protektorat Kosovo durch den Krieg völlig abhängig von westlichen Kreditgebern und Investoren. Der Krieg auf dem Balkan ist Teil einer Geschichte der Neuordnung Osteuropas nach der Auflösung der SU mit dem Ziel, den Macht- und Einflußbereich der NATO-Staaten bis nach Asien zu erweitern. Die verheerenden sozialen Folgen tragen die Bevölkerungen der neuentstandenen Staaten.

In der Darstellung der „humanitären Katastrophe“ verschwindet die Geschichte der polit-ökonomischen Strategien und Zusammenhänge. Die BRD war federführend an der Zerschlagung und ethnischen Neugliederung Jugoslawiens beteiligt. Kosovo-AlbanerInnen, die hierzulande bisher „Kriminelle“ oder „Drogendealer“ hießen und nicht „Opfer ethnischer Säuberungen“ kann es noch immer geschehen, daß sie in den Kosovo abgeschoben werden sollen. Die europäischen Grenzen sind so gut wie dicht für die vielbedauerten Flüchtlinge, deren mitleiderregende Bilder in den Lagern zudem benötigt werden, um täglich neu die Legitimation für diesen imperialistischen Krieg zu konstruieren.

In der Konkurrenz der westlichen Staaten darum, wer internationales Recht schreibt und durchsetzt, erscheinen die Opfer der feindlichen Macht im Licht der überlegenen Definition: gemeint sind nicht die 200.000 SerbInnen, welche unter Tudjman vertrieben wurden, auch nicht die Menschen in Guatemala, Kurdistan oder Ost-Timor, sondern die vertriebenen Kosovo-AlbanerInnen, deren „Menschenrechte“ nun geschützt werden sollen.

Der Realismus der Humanität trennt nicht zwischen den Opfern weltweiter Machtpolitik und den Strategen der Weltordnung im Namen von Demokratie und Freiheit, sondern vereint beide im Bild der „humanitären Katastrophe“ gegen die letzten Tyrannen dieser Welt. In dieser Logik erklären die selbsternannten Retter der Humanität den Krieg zum leider unausweichlichen Mittel, nachdem die BR Jugoslawien die Aufforderung zur vollständigen Kapitulation in Rambouillet und Appendix B verweigert hat. Eigentlich haben sie „große Probleme mit dem Wort Krieg“ (Scharping FR 27.03.1999), wissen aber gleichzeitig, daß es nun um gerechte Gewalt und „Entschlossenheit“ (Fischer) geht, auch ,,bedauernswerte Nebenfolgen“ möglich sind und Deutschland nun wieder mit ,,dabei“ ist. Nicht nur die Grünen sind „erwachsen“ geworden, auch die breite Öffentlichkeit beweist, wie lautlos und einfach Krieg und Machtpolitik praktiziert und gleichzeitig über Humanität und Menschenrechte diskutiert werden kann. Die Menschen, um die es dabei angeblich geht, werden so lange auch geduldet, zumindest in kleinen „Kontingenten“ und jederzeit abschiebbar.

Eine neue Qualität von Auschwitz-Leugnung

Rot-grüne Regierungspolitikerlnnen nutzen den Krieg um endgültig und von „links“ mit der deutschen Geschichte abzuschließen und überbrücken dabei eigene Legitimationsnot mit einer neuen Qualität der Auschwitz-Leugnung. Sie bezeichnen die aus dem Kosovo außer Landes Flüchtenden oder Vertriebenen als Deportierte und setzen sie so mit den systematisch in den Gaskammern ermordeten Juden, Sinti und Roma in eins. „Selektion“ als Kenn- zeichnung der gewaltsamen Trennung von kosovo-albanischen Familien durch die jugoslawische Armee verharmlost die millionenfache Selektion in den Tod in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. In einem Krieg, der Hitler, die Nazis und Auschwitz exterritorialisiert, können der Ex-Juso Rudolf Scharping und der Ex-Autonome Joschka Fischer frei vob Angst vor Repression militante Antifaschisten sein. Die enttäuschten Menschenfreunde, die wohlmeindend waren und betrogen wurden, können nun nicht anders, als zuzuschlagen. Die Selbststilisierung als Opfer – Angelika Beer der Grünen, verfügt über ein leidendes Gewissen, das ihr des Nachts den Schlaf raubt – ist für deutsche Täterinnen ein Essential.

Für die Grünen geht es bei diesem Parteitag um den eigenen Fortbestand. lntegrationsbereit soll versucht werden, den KriegskritikerInnen weiterhin ein Plätzchen im großen Herzen der Partei einzuräumen. Es ist erlaubt, gegen den Krieg und grün zu sein, solange diese Position minoritär ist. So will sich die kriegsführende Partei weiterhin als Regierung wie als Opposition entwerfen. Dies gilt es zu verhindern. 1999 am Himmelfahrtstag in Hagen zu demonstrieren hat das Ziel, radikal die rot-grüne Kriegs- und Friedenspolitik zu demontieren.

Bundesweites autonomes Antikriegsplenum




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: